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Mrz 28

Cebit 2013 – Kuriose Technik #80: Optical Cables

Beim Bewegen von Datenmengen, sei es im Privat- oder Firmennetzwerk geht es vor allem um die Geschwindigkeit, mit der dies vonstattengeht. Beschränkt wird diese allerdings durch das Kabelmaterial und die allgemein relativ geringe Geschwindigkeit elektrischer Signale vor allem durch den Widerstand in langen Leitungen. Die schnellste Art der Signalübertragung ist allerdings die optische Datenübertragung per Lichtsignal. Diese erfolgt mit Lichtgeschwindigkeit, der schnellstmöglichen Geschwindigkeit im Universum, meist in einem Glasfaserkabel und ist so gut wie keinem Widerstand unterworfen. Bekannt sind diese Glasfaserkabel von Internetleitungen, die als Unterseekabel die Kontinente und als Erdkabel die Städte untereinander verbinden und von einigen Anbietern sogar zur Endnutzerversorgung in Städten bis zum Wohnhaus verlegt werden. Für den Privatgebrauch waren sie bisher jedoch kaum geeignet, da sie sehr empfindliche gegenüber äußeren Einwirkungen wie zu starkem Biegen sind und leicht brechen können. Die Firma Corning, die in der Consumer Electronic bisher vor allem für ihr Gorilla Glas bekannt ist, welches bei den meisten Smartphones in den Touchscreens verbaut ist, hat nun jedoch eine spezielle Kabelart entwickelt, welche die Flexibilität normaler Kabel mit der ungedämpften Geschwindigkeit von Glasfasernleitungen kombinieren – Optical Cables:

Optical Cables

Optical Cables verlieren auch auf 30 Metern und mehr keine Datenqualität

Mit den Optical Cables hat Corning ein Kabel entwickelt, die aus einem speziellen Glasfasermaterial bestehen, welches für den Privatgebrauch deutlich stabiler, ja sogar noch stabiler als gewöhnliche Kupferkabel. Es ist sogar möglich, das Kabel mehrfach zu Knicken und sogar zu Knoten, ohne dass das optische Lichtsignal verloren geht oder das Kabel beschädigt wird:

Optical Cables Folded

Da die Datendichte in einem optischen Signal um einiges höher ist, fällt ein beispielsweise Optical Cable im Durchmesser und im Gewicht deutlich geringer aus als ein äquivalentes Kupferkabel (50% geringere Größe und 80% leichter!). Dies macht die Handhabung des Optical Cable deutlich einfacher und der geringere Platzbedarf macht es möglich, deutlich mehr Kabel auf gleichem Raum zu verlegen:

Optical Cables Size and Weight

Vergleich 15 Meter-Kabel: Kupfer (links) und Optical Cable (rechts)

Betrachten wir nun jedoch den Hauptvorteil der Optical Cables: Die deutlich längere Datenübertragung. Die USB3.0-Variante ermöglicht Geschwindigkeiten von 5 GB/s und die Thunderbolt-Variante 2 mal 10 GB/s, selbst wenn sie (wie im obersten Bild zu sehen)  zusätzlich noch um Trommeln gewickelt oder geknickt und geknotet sind. Die Gesamtlänge des Kabels kann bis zu 10 mal so groß sein, wie bei herkömmlichen Kabeln:

Optical Cables Speeds

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Funktionsprinzip: Das Signal, welches am einen Ende des USB-Kabels in elektrischer Form vom Computer ankommt, wird von einem speziellen Wandler und einer Laserdiode in Lichtsignale umgewandelt und am anderen Ende wieder zurück umgewandelt. Dies ist auch der Grund, dass die Datenrate trotz Glasfaser nicht noch zunimmt, da sie von der “Quell-Datenrate” in elektrischer Form abhängt. Neben dem Spezial-Glasfaserstrang enthält ein USB-Optical Cable auch ein normales Kupferkabel, über das auch Geräte die es benötigen mit Strom versorgt werden (bis 2 Watt) können. Noch gibt es in Deutschland keine Vertriebspartner und auch die Preise sind noch nicht bekannt, allerdings würde dieser günstiger ausfallen als beispielsweise bei einem “USB Extender Kabel, welches aufgrund seiner Länge einen Verstärker benötigt und etwa 180 Dollar kostet. Da ein solcher Verstärker bei den Optical Cables nicht mehr notwendig ist, reduziert sich wahrscheinlich auch der Preis. Trotzdem wird es preislich eher für Unternehmen und Nutzer mit hohem Datenverkehr geeignet sein, als für den Ottonormalverbraucher. Verschiebt ihr selbst so viele Daten auf externe Festplatten oder Ähnliches, dass ihr Verwendung für die Optical Cables hättet?

Euer Sintox von Technik-Specials.de

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