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Okt 30

Kuriose Technik #66: Ultradünne Linse

Baut man Objektive und andere optische Geräte mit starker Vergrößerung, so ist vor allem die Größe und die Verzerrung durch gewölbte Linsen bei dem Ganzen ein großes Problem. Dies beeinträchtigt nicht nur die Bildqualität, sondern steigert auch die Kosten durch die Konstruktionen rund herum (wie bei Sternen-Teleskopen etc.). Forscher der School of Engineering and Applied Sciences in Harvard um Federico Capasso haben nun jedoch eine Technik entwickelt, mit der man dieses Problem lösen kann – ultradünne Linsen:

Quelle: Harvard SEAS

Die Linse besteht aus einem durchsichtigen Wafer aus Silizium auf den eine wenige Nanometer dicke Schicht aus Gold aufgebracht wird. Von dieser werden auf eine bestimmte Art Teile abgetragen, sodass angeschrägte Nanostrukturen entstehen. An diesen Strukturen wird das Licht bereits an der Oberfläche der Linse gebrochen statt wie bei Linsen aus Glas erst in der Linse. Die gesamte Linse ist nur 60 nm dick, was etwa einem 1500-stel eines menschlichen Haares entspricht.

Genutzt werden können diese Linsen für so gut wie alle Wellenlängen, die man bei der Lichtbrechung anwendet (durch einfache Umformung der Gold-Nanostrukturen) und da die Linse nicht bebogen ist, treten auch keine Bildfehler wie eine Wölbung des Bildes, der sogenannte Fischaugen-Effekt, an den Rändern auf. Durch die Platzersparnis versprechen sich die Forscher ein breites Einsatzgebiet wie in Kameras bei immer dünner werdenden Geräten oder Verteiler für optische Signale (Glasfaser-Netz). Noch ist nicht bekannt, wann die ultradünnen Linsen in Serie bzw. für den Massen-Markt produziert werden können, allerdings hat diese Technik bereits viele große Unterstützer wie National Science Foundation oder die Europäische Union für sich gewinnen können. Was haltet ihr davon?

Euer Sintox von Technik-Specials.de

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